8. Dezember 2020

Sanfte Babymassage als Unterstützung im Alltag

Babymassage kann zu einem stärkenden Ritual zwischen Eltern und Kind werden und hilft Deinem Baby bei seinen Entwicklungssprüngen. Expertin Daniela erklärt worauf es ankommt.

Eine besondere Art, deinem Baby Wärme, Nähe, Zuwendung und Liebe zu geben

Eine Massage ist nicht bloß für Erwachsene entspannend, auch dein Baby kann damit Ruhe finden und dem Alltag entfliehen. Die Babymassage stammt ursprünglich aus Indien und hat dort eine lange Tradition. Mit der Massage wird schon seit jeher das Urbedürfnis des Säuglings nach zärtlicher Berührung, Wärme und Geborgenheit gestillt.
Die Babymassage ist Berührung mit Respekt und Nahrung für die Seele.

 

Die Bedeutung von Berührungen für die körperliche Entwicklung deines Kindes

Die Basis für die Entwicklung eines gesunden Körpergefühls wird schon sehr früh gelegt. Dein Baby begreift mit seinem Hand-Mund-Kontakt die Umgebung und erweitert somit schon früh dessen Sinneswahrnehmungen.

Der Tastsinn:

Der Tastsinn entwickelt sich schon beim ungeborenen Kind im Mutterleib. Durch die Massage wird dieser Tastsinn stimuliert und dein Baby erfährt durch Berührung körperliche Begrenzung.
Wo beginnt und endet mein Körper? Wie lang sind meine Arme und Beine?
Die Erkenntnis, dass ich zwei obere und zwei untere Extremitäten besitze.

Beachte: Für die Körperwahrnehmung deines Babys ist es übrigens ganz wichtig, immer beide Beine bzw. beide Arme auszustreichen!

 

Die Bedeutung von Berührung für die seelische Entwicklung deines Kindes

Durch die sanften Berührungen erfährt dein Baby viel Liebe, Geborgenheit und Zuwendung. Durch diese Streicheleinheiten kann die Beziehung zu deinem Kind wachsen und das Urvertrauen zwischen Kind und Mutter oder Vater gestärkt werden.

Die Berührung der Haut wirkt sowohl entspannend als auch aktivierend auf die unterschiedlichen Körperregionen. Wenn du die Ausstreichungen in sich regelmäßig wiederholenden Abläufen durchführst, gibt das deinem Baby Sicherheit und Vertrauen. Somit kann sich dein Kind in deinem Beisein so richtig fallen lassen und entspannen.

 

„Ein abendliches Massageritual kann deinem Kind helfen, schneller in den Schlaf zu finden.“

Sanfte Babymassage als Unterstützung im Alltag

Vor allem das erste Lebensjahr des Kindes ist geprägt von Veränderungen und Meilensteinen. Das kann zuweilen sowohl für das Kind als auch für die Eltern sehr kräfteraubend und ermüdend sein.
Die Babymassage unterstützt dich und dein Kind bei allgemeinen Unruhezuständen, wie beispielsweise bei Schreiphasen am Abend.
Ein abendliches Massageritual kann deinem Kind helfen, gelassener und ruhiger zu werden und eventuell auch dabei, schneller in den Schlaf zu finden.

Besonders wirkungsvoll erweist sich eine Babymassage dann, wenn sich ein neuer Entwicklungsschritt anbahnt, wie in etwa Verdauungsprobleme oder Zahnen. Hierbei kann dein Baby von Dir mit unterschiedlichen wirkungsvollen Massagetechniken liebevoll unterstützt und begleitet werden.

 

Zur Vorbereitung …

Vor Beginn der Babymassage empfiehlt es sich, den Raum gut zu temperieren. Zudem sollte dein Baby wach sein, jedoch kein Hungergefühl zeigen.

Wichtig: Bei Fieber keine Babymassage durchführen!

Auch du selbst solltest entspannt sein. Atme vor der Massage drei bis vier Mal tief ein und aus. Nimm dir genügend Zeit für dieses wundervolle Ritual gemeinsam mit deinem Baby. Lass den schnelllebigen Alltag hinter dir und tauche in eine ruhige entspannte Atmosphäre ein, denn nur so kann auch dein Kind entspannt deine liebevollen Berührungen genießen und annehmen.

 

Tipps für hochwertige Massageöle:

Für die Babymassage sollte im Idealfall nur auf naturbelassene, kaltgepresste Öle zurückgegriffen werden. Diese Öle enthalten neben Vitaminen auch ungesättigte Fettsäuren und Mineralstoffe, die den Stoffwechsel der Haut unterstützen und diese besser durchbluten lassen.
Natürlich belassene Öl sind zum Beispiel Aprikosenkernöl, Jojobaöl, Olivenöl oder Sesamöl.
Ich persönlich verwende sehr gerne Mandelöl, da es einen sehr starken pflegenden Charakter hat. Bei diesem Öl sollte jedoch vor allem auf die korrekte Lagerung geachtet werden, da es bei unsachgemäßer Aufbewahrung rasch verdirbt und nicht mehr zu gebrauchen ist.

Beliebte Massagetechniken

Meine Erfahrungen als Babymassagekursleiterin haben mir gezeigt, dass fast alle Babys das Ausstreichen der Beine als auch Massagen an der Fußsohle lieben.
Diese Ausstreichungen können praktisch in den Alltag integriert werden und beispielsweise am Wickeltisch, unter anderem beim Windeln wechseln, durchgeführt werden.
Diese Massagetechniken führen zu einem gesunden Körpergefühl des Kindes und können durch bestimmte Akupunkturpunkte an den Fußsohlen unter anderem etwaigen Verdauungsproblemen entgegenwirken.

Auch die Rückenmassage ist eine sehr beliebte Form der Massage. Du kannst dein Baby mit dem Bauch auf deine Oberschenkel legen und sanft neben der Wirbelsäule die Knötchen ausmassieren. Die Bauchlage stärkt zudem die Nackenmuskulatur des Kindes.

Merke: Ausstreichungen in Haarwuchsrichtung haben eine beruhigende Wirkung auf dein Kind, wohingegen Massagen gegen die Haarwuchsrichtung immer anregend wirken. Es sei also an dieser Stelle geraten, anregende Massagetechniken nicht vor dem Schlafengehen anzuwenden.

 

Heutzutage findet man in seiner Umgebung rasch einen passenden Babymassagekurs. Dort kannst du mit anderen frisch gebackenen Eltern bestimmte Griffe erlernen und dich in der Gruppe über den Alltag mit deinem Baby austauschen.

Ich wünsche dir und deinem Baby viel Ruhe und Entspannung in eurer ersten gemeinsamen Zeit!

Daniela Aufreiter, diplomierte Kinderkrankenschwester
Daniela Aufreiter, diplomierte Kinderkrankenschwester
Daniela arbeitet seit 12 Jahren im Kepler Universitätsklinikum in Linz auf der Früh- und Neugeborenen Überwachungsstation. Ihr Fokus liegt auf bedürfnisorientierter Pflege der Früh- und Neugeborenen sowie einer einfühlsamen Elternanleitung im Krankenhaus wie auch im Hebammenstudio Engerwitzdorf in Oberösterreich. " Die individuelle Arbeit als Kinderkrankenschwester ist für mich nicht nur ein Job, sondern eine innere Berufung!"
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